Das Programm

(Änderungen im Ablauf vorbehalten)

Freitag

20:00 Uhr

20:30 Uhr

21:00 Uhr

Anreise

Abendessen

gemeinsame Abendgestaltung:
Kennenlernen, Spiel, Spaß und nette Unterhaltungen. Da wir das gesamte Wochenende miteinander verbringen werden und wir einander vielleicht noch nicht alle kennen, wird der Freitag Abend für das gemeinsame Miteinander genutzt.

Zum Zeitvertreib werden wir ein special „Kneipenquiz“ vorbereiten und verschiedene Gemeinschaftsspiele dabei haben, die in Klein- oder Großgruppen einander besser kennenlernen sollen, bis die Bewohner*innen des Dorfes einschlafen.

*Gerne darfst du auch eigene Gesellschaftsspiele mitbringen

Samstag

9:00 Uhr

Frühstück

10:00 Uhr

Naturschutz und Rechtsextremismus
Natur- und Umweltschutz wird in der Öffentlichkeit zumeist als eine junge Bewegung wahrgenommen und zudem mit alternativen Lebensstilen, liberalen Werten und linkspolitischen Strömungen verknüpft. Die mehr als 100-jährige Geschichte des deutschen Naturschutzes, die immer wieder auch Verknüpfungen und Überschneidungen mit nationalchauvinsistischen und völkischen Ideen und Strömungen aufweist, ist kaum jemandem präsent. Auch die Verstrickungen des deutschen Natur- und Umweltschutzes mit den Schrecken des Faschismus sind in der Öffentlichkeit wenig bekannt. In der NS-Ideologie war der Naturbegriff geodeterministisch geprägt. Natur wurde primär als Lebensraum für das „Volk“ gesehen und von dessen Kultur überformt. So wurden Landschaften zum vermeintlich sichtbaren Ausdruck völkischer Kultur.
Aktive im Natur- und Umweltschutz tun demzufolge gut daran, hier Distanz zu suchen. Eine Querfront mit extrem rechten Natur- und Umweltschützer*innen ist abzulehnen. Natur- und Umweltschutz darf nicht ausgespielt werden gegen Demokratie und Menschenrechte. Das Engagement gegen die Ausbeutung der Natur muss vielmehr Hand in Hand gehen mit dem Engagement gegen die Ausbeutung des Menschen.

(Referent*in: Naturfreunde)


Linker Nationalismus in Europa – wie passt das zusammen?
Als im Herbst 2017 der Katalonien-Konflikt mit der einseitigen Unabhängigkeitserklärung der autonomen Region begann, drängte eine Frage innerhalb der EU auf die Tagesordnung, die viele Linke in Deutschland für erledigt hielten: die nationale Selbstbestimmung. Gerade in Westeuropa schien eine solche Politik für unvorstellbar. Existierende Bewegungen bspw. im Baskenland oder der irische Republikanismus wurden als Überreste einer antiimperialistischen Zeit nach 1968 abgetan oder im Fall der SNP in Schottland als Ergebnis der Krise der Repräsentation. Jegliche Unabhängigkeitsbestrebungen galten als aus der Zeit gefallen. Und in der jüngeren Geschichte Osteuropas hatten nationale Bewegungen u.a. in den Jugoslawienkrieg geführt. Nationale Bewegungen wurden vor dem Hintergrund deutscher Geschichte als etwas angesehen, dass zerstörerisch wirkt. Umso überraschter reagierten hiesige Linke auf die Existenz einer Linken in Katalonien, die für die nationale Selbstbestimmung eintrat. Linke Politik und nationale Selbstbestimmung vereinbaren? – das schien doch unmöglich. In diesem Workshop wollen wir die Vereinbarkeit von linker Politik mit Nationalismus untersuchen und insbesondere anhand der Konflikte um die Unabhängigkeit von Katalonien und Irland diskutieren. Ein spezielles theoretisches Vorwissen ist nicht notwendig.
https://gleft.de/4ru

(Referent: Paul Gruber)


12:30 Uhr

Mittagessen

13:30 Uhr

Umgang mit gratis Gestaltungs-programmen (Flyer/Layout Gestaltung) TEIL1.
Der Linke Medienakademie e.V. (LiMA) bietet seit mehr als zehn Jahren kompetente Weiterbildung für ehrenamtlich Engagierte, kritische Medienschaffende und Journalist*innen. Habt ihr euch schon immer gefragt wie ihr eigenlicht Flyer und Poster professionell gestalten könnt? Und nicht immer nur mit den vorgedruckten linksjugend Fylern oder selbstgemalten Veranstaltungsblättern durch die Gegend laufen müsst?
Dann wird euch dieser Workshop der LiMa ein großes Stück weiter bringen! Ziel ist es diverse frei zugängliche Gestaltungssoftwares und Onlineprogramme zu erkunden und euch ein grundlegendes How-To-Flyer-gestaltung näher zu bringen.
Keine Vorkenntnisse notwendig!

(Referent: LiMa)


Militante Neonazis vor Gericht – Der Fretterode Prozess und seine Hintergründe
Im „Fretterode-Prozess“ müssen sich seit Mitte September zwei Neonazis vor dem Landgericht Mühlhausen verantworten, die Ende April 2018 zwei Journalisten nach einer Verfolgungsjagd angegriffen und teils schwer verletzt haben sollen. Die Betroffenen wohnen dem Prozess als Nebenkläger bei, ihre Anwälte wollen vor allem die politische Motivation der Tat sowie die Hintergründe der Täter und ihrem neonazistischen Umfeld um Thorsten Heise aufzeigen. Heises Grundstück in Fretterode war Ausgangspunkt des Angriffs und verdeutlicht die Gefahr, die von Immobilien der extremen Rechten ausgeht. Weitere Aspekte des Workshops sind u.a. die Prozessstrategie der Angeklagten, das Vorgehen von Polizei und Justiz gegen Neonazis in Thüringen und die Schwierigkeiten im ländlichen Raum.

(Referent: Kai Budler)


16:00 Uhr

Vesper (Kaffeepause)

16:30 Uhr

Umgang mit gratis Gestaltungs-programmen (Flyer/Layout Gestaltung) TEIL2.

(Referentin: LiMa)


Identitätspolitik und Antiidentitätspolitik
Vortrag mit Bildern und Musikbeispielen
Identitäten organisieren die Subjektivität in der modernen Welt. Fahnen, Pässe und „Du bist Deutschland“ stärken die
nationale Identität, „Ich bin halt so“ erklärt Verhalten mit der persönlichen Identität. Identität ist aber auch Mittel
emanzipatorischer Kämpfe: Die Frauenbewegung ist oft nur deswegen so stark, weil sie auf weibliche Identität pocht,
ähnliches gilt für die Schwulenbewegung und manchmal – ungewollt – sogar für queeres Aufbegehren. Die Veranstaltung
schärft das Verständnis für Identität und den politischen Umgang damit. Die zugrundeliegende These ist: Bei politischen
Kämpfen ist ein Identitätsbewusstsein vonnöten, um nicht in die Identitätsfalle zu stolpern.

(Referent*in: BiKo Thüringen)


19:00 Uhr

Abendessen

22:00 Uhr

Nachtrallye
Zu einem richtigem Bildungswochenende gehört natürlich auch die traditionelle Nachtrallye.
Abseits des eigentlichen inhaltlichen Programms vom Bildungsweekend wollen wir uns auch dieses Jahr in ein nächtliches Abenteuer- und Geländespiel werfen. Das Ambiente der Anlage bietet die beste Kulisse, in der die Teilnehmer*innen kleine Quests lösen müssen, die ihre Kreativität, Kombinationsfähigkeit und Geschicklichkeit auf die Probe stellen.
Und wer von euch schon eine Nachtrallye der linksjugend solid Thüringen miterlebt hat, weiß, dass man das nicht verpassen sollte.

Sonntag

9:00 Uhr

Frühstück

10:00 Uhr

Corona, Spargel, Streik –
Zur Situation rumänischer Arbeitsmigrant:innen in Deutschland

Arbeitsmigration nach Deutschland hat im Zuge der EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit neue Formen und Ziele angenommen. Wurden früher noch staatlich Anwerbeabkommen abgeschlossen, welche Arbeiter:innen für die deutsche Schwerindustrie gewinnen sollten – so bewirkte die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für die osteuropäischen EU-Länder seit 2011, dass Arbeitsmigrant:innen vor allem in den Bereichen Handwerk, Pflege, und Lebensmittelindustrie sowie im Dienstleistungsbereich tätig sind. Ein Teil dieser Migrant:innen stammt oft aus Rumänien.
Die Corona-Pandemie hat unteranderem zur Folge, dass sowohl in den Medien wie auch im politischen Diskurs neue Debatten über die Rolle rumänischer Saison- bzw. Werksarbeiter:innen geführt wurden. Gleichzeitig hat eine negative mediale Berichterstattung über osteuropäische Roma zur Folge, dass diese mittlerweile automatisch mit Begriffen wie „Bettelmafia“ und „Duisburger-Problemhäuser“ assoziiert werden.
Aus diesem Grund soll zu Beginn Vortrages gemeinsam mit dem Publikum über stereotypische Vorstellungen und Narrativen hinsichtlich der Begriffe wie „Rumänen“, „Sinti und Roma“ oder „Wanderarbeiter:innen“ diskutiert werden. Anschließend wird die sozio-ökonomische Situation sowohl in Rumänien als auch in Deutschland nachgezeichnet, um die Gründe, die Formen und die Folgen der Arbeitsmigration nachzuvollziehen. Hierbei wird detaillierter auf die Lage der Roma eingegangen. Die theoretischen Ausführungen werden anhand zweier aktueller Beispiele aus der Landwirtschaft und der Baubranche näher erörtert.
Der Referent ist muttersprachlicher Rumäne und in Deutschland aufgewachsen. Er studiert Politikwissenschaften und VWL an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit den Schwerpunkten Internationale Politische Ökonomie und europäische Wirtschaftspolitik. Er war im Mai 2020 als Übersetzer beim Arbeitskampf rumänischer Erntehelfer:innen in Bonn Bornheim tätig und arbeitet im DFG-Projekt „Rumänische Wanderarbeiter:innen in der deutschen Baubranche“ am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main.

(Referent: Andrei Botorog)


Die Taliban sind zurückFrauen in Afghanistan
Mitten im August brachen Unruhen in Afghanistan aus. Das Schicksal der Menschen in Afghanistan hat die Welt nur für wenige Tage bewegt, danach geriet die Katastrophe wieder in Vergessenheit. Berichterstattung findet nicht statt und das öffentliche Interesse ist vorbei. Das liegt aber nicht daran, dass die Situation sich beruhigt hat, oder genügend Evakuierungen stattgefunden hätten, oder dir Menschen anderweitig gerettet oder beschützt wurden. Nein – man ist zum Tagesgeschäft übergegangen und ignoriert die lebensbedrohliche Situation für die Bevölkerung, während man mit den Taliban verhandelt und ein ungeheuerliches Appeasement vorantreibt.
Wir akzeptieren nicht, dass diese humanitäre Katastrophe in Vergessenheit gerät.

Dazu haben wir Nargez Tavakkoli und Zainab Tavakkoli eingeladen, zwei Afghanische Frauen, welche uns über ihre Erfahrungen berichten und uns über die Lage in Afghanistan informieren.
Wenn ihr daran interessiert seid oder generelle Fragen zum Konflikt habt, kommt vorbei, lernt und diskutiert mit uns.“

(Referentinnen: Narges Tavakkoli + Zainab Tavakkoli)


12:30 Uhr

13:00 Uhr

14:00 Uhr

Mittagessen

Aufräumen

Abfahrt Bus

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